Let Them Eat Money
Welche Zukunft?!

Die Ergebnisse von Labor und Symposium fließen in ein Theaterstück ein: Im Zentrum steht die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028.

Die EU befindet sich nach dem Austritt Italiens 2022 in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Anlass genug, politisch gegenzusteuern und in der verbleibenden Rest-EU 2024 ein Bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Doch der erwartete positive Effekt bleibt aus, Banken werden gestürmt, Malls geplündert, die staatlichen Strukturen erodieren. Die Leerstellen werden von unterschiedlichen Communities und Plattformen ausgefüllt: Eine neue radikale politische Bewegung entführt und befragt mögliche Verantwortliche. Staatliche Ausschüsse versprechen hektisch Aufklärung der politischen Entscheidungsprozesse, die in die Krise geführt haben. Zugleich gründen sich zahllose neue libertäre Staaten auf künstlichen Inseln jenseits der 20-Meilen-Zonen auf den Ozeanen, die sich als Totengräber der traditionellen Vorstellungen von staatlicher Organisation verstehen.

Ist die Krise somit eine Chance, Demokratie und Staat radikal neu zu denken? Und wer sind dabei die Gewinner, wer die Verlierer? In seinem Theaterstück, das Andres Veiel in Zusammenarbeit mit Jutta Doberstein auf Grundlage der umfangreichen Recherchen schreibt, steht die Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft – abseits von Legislaturperioden oder Parteiinteressen. Welche Spuren verfolgen wir? Und welche hinterlassen wir?

Uraufführung: 28. September 2018, Deutsches Theater Berlin

 

Besetzung

Yildune Kaayan: Kathleen Morgeneyer

Hans "Onz" Perret: Thorsten Hierse

Franca Roloeg: Susanne-Marie Wrage

Rappo Rosser: Paul Grill

Stefan Tarp: Frank Seppeler

Frerich Konnst: Jörg Pose

Jürgen Bandowski: Jürgen Huth

Sina, Yldunes Tochter: Celia Bähr / Luise Hart

Regie: Andres Veiel | Bühne: Julia Kaschlinski | Kostüm: Michaela Barth | Video: Daniel Hengst | Musik: Fabian Kalker | Movement- und Luftakrobatik: Sasha Krohn | Dramaturgie: Ulrich Beck

 

NÄCHSTE TERMINE

8. Mai 2019 19.30, Deutsches Theater Berlin
Mit englischen Übertiteln
Nachgespräch mit Andres Veiel und Gästen, Moderation: Ulrike Herrmann (taz)

12. Mai 2019 19.30, Theater Chemnitz (Gastspiel)
Tickets über Die Theater Chemnitz

(weitere Termine werden immer am 1. des Vormonats im Online-Spielplan des Deutschen Theaters veröffentlicht)

 

PODCAST

Andres Veiel über sein Theaterstück

Andres Veiel gilt als einer der profiliertesten Vertreter einer politisch engagierten Kunst. Besonderes Merkmal der Arbeitsweise Veiels ist die intensive, teilweise mehrjährige Recherche als Grundlage für seine Projekte. Nach "Das Himbeerreich" (2013) inszeniert er nun "Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!" am Deutschen Theater Berlin. Im Podcast, aufgenommen bei eineer Matinée im Deutschen Theater, berichtet er von dem Rechercheprozess für die Produktion und was die Zuschauer bei diesem Stück erwarten dürfen.

 

Nachgespräche

Nachgespräch mit Tilo Jung (Onlinejournalist “jung und naiv”)

Tilo Jung präsentiert seit 2013 auf YouTube sein Interview-Format "jung und naiv". Am 9. April 2019 war er Gast beim neunten Nachgespräch zu "Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!", moderiert von Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin der taz. Wieder auf dem Podium dabei: Regisseur Andres Veiel, der, gemeinsam mit Jutta Doberstein, auch Autor des Theaterstücks ist. Gemeinsam diskutierten sie die folgenden spannenden Fragen: welche Aufgabe hat die Jugend in der Auseinandersetzung um Klimaschutz, welche Rolle spielt die Eigentumsfrage und: deutet sich durch die schier ewigen Krisen ein Ende des Kapitalismus an?

 

Nachgespräch mit Michael Bohmeyer (Mein Grundeinkommen e.V.)

Beim achten Nachgespräch zu “Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!” saß neben Moderator Stefan Reinecke und Autor und Regisseur Andres Veiel der Gründer des Vereins Mein Grundeinkommen e.V., Michael Bohmeyer, auf dem Podium im Deutschen Theater Berlin. Der Verein hat bisher über Spenden 300 Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen finanzieren können. Im Gespräch berichtet Bohmeyer, wie die Empfänger mit diesem Geld umgehen und wie es ihr Leben verändert.

 

Nachgespräch mit Thilo Bode (Food Watch)

Als Gast beim siebten Nachgespräch zu Let Them Eat Money. Welche Zukunft?! konnten Moderator Stefan Reinecke (taz-Redakteur) sowie Autor und Regisseur Andres Veiel Thilo Bode begrüßen. Bode war viele Jahre Geschäftsführer bei Greenpeace Deutschland und hat die Organisation Food Watch gegründet. 2018 erschien sein Buch Die Diktatur der Konzerne, in dem er aufzeigt, welch starken Einfluss Konzerne auf politische Entscheidungen haben.

 

Nachgespräch mit Rudolf Hickel (Wirtschaftswissenschaftler)

Der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel war Gast des sechsten Nachgesprächs zu Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!. Er diskutierte mit Moderatorin Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin bei der taz und Autor und Regisseur Andres Veiel unter anderem darüber, wie wichtig ein starker, handlungsfähiger und demokratischer Staat in Zukunft ist. Für ihn ist Kern des Theaterstücks, dass wir begreifen müssen, dass die vorherrschende Idee von Wachstum ökologisch eine Katastrophe ist, die sozial immer mehr zur Spaltung der Gesellschaft führt.

 

Nachgespräch mit Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales, SPD)
vom 15.12.2018

Beim fünften Nachgespräch zu Let Them Eat Money. Welche Zukunft?! ergab sich eine interessante Diskussion zwischen dem Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil (SPD) und Regisseur/Autor Andres Veiel über das Bedingunglose Grundeinkommen, wobei der Minister auf einen für ihn markanten Denkfehler beim Grundeinkommen hinwies. Außerdem ging es im Gespräch darum, welche Arbeitsplätze in Zukunft eventuell durch künstliche Intellgenz (KI), zum Beispiel durch Roboter, übernommen werden und welche für den Menschen neu hinzukommen. Das in diesem Gespräch mehrfach angesprochene IAB ist übrigens das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg. Moderiert wurde dieses Nachgespräch von Stefan Reinecke, Redakteur bei der taz.

 

Nachgespräch mit Katja Kipping (Vorsitzende DIE LINKE) vom 13.12.2018

Am 13.12.2018 war Katja Kipping (Vorsitzende DIE LINKE) zu Gast im Deutschen Theater Berlin, um im Anschluss an die Vorstellung von Let Them Eat Money. Welche Zukunft?! mit Regisseur und Autor Andres Veiel über die Möglichkeiten eines Bedingungslosen Grundeinkommens zu diskutieren. Das Theaterstück warne davor, dieses neoliberal anstatt emanzipatorisch einzuführen, sagte Katja Kipping im Gespräch. Moderiert wurde das Nachgespräch von Ulrike Herrmann (Redakteurin bei der taz).

 

Nachgespräch mit Gerhard Schick (Finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/die Grünen)
vom 25.11.2018

Zu Gast beim dritten Nachgespräch am 25.11.2018 war Gerhard Schick, Finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/die Grünen im Bundestag. Er beschäftigt sich vor allem mit Finanzpolitik und Finanzmarktregulierung und ist zugleich Vorsitzender der "Bürgerbewegung Finanzwende". Er sagt, dass die im Stück aufgezeigten Szenarien durchaus realistisch sind. Gemeinsam mit Regisseur Andres Veiel und Moderator Stefan Reinecke (Redakteur bei der taz) spricht er im Nachgespräch über aktuelle Risiken auf den (europäischen) Finanzmärkten.

 

Nachgespräch mit Hans-Jürgen Urban (Vorstand IG Metall)
vom 11.11.2018

Im zweiten Nachgespräch am 11.11.2018 traf Autor und Regisseur Andres Veiel im Anschluss an die Vorstellung den Politologen und Vorstandsmitglied der IG Metall Hans-Jürgen Urban zum Gespräch. Die Moderatorin des Nachgesprächs, Ulrike Herrmann (Wirtschaftsredakteurin der taz), stellte ihn als den "intellektuellen Vordenker der gesamten Gewerkschaftsbewegung" vor, der sich – ebenso wie das Theaterstück – mit den Fragen der Zukunft beschäftigt. Im Gespräch ging es darum, wie man die IG Metall als Gewerkschaft durch die Krisen der Zukunft steuert angesichts von Digitalisierung und Robotisierung.

 

Nachgespräch mit Uwe Schneidewind (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie)
vom 27.10.2018

Im ersten Nachgespräch am 27.10.2018 war Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie eingeladen, um mit Autor und Regisseur Andres Veiel über die Zukunft des Klimas zu sprechen. Thematisiert wurden die Gefahren des Klimawandels aber auch, dass es wichtig ist, mit Optimismus in die Zukunft zu schauen. Moderation: Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin der taz.

 

hier geht es weiter