LANDWIRTSCHAFT: KAFFEEKNAPPHEIT UND ANDERE UNANNEHMLICHKEITEN

Let them eat money
— Workshopteilnehmerin

Labor-Workshop 13 #Agriculture

Wie weit sind wir von einer Zeit entfernt, in der die Menschen in Europa Hunger leiden? 

Der Workshop, geleitet von Dr. Ariella Helfgott und Patrick O'Reilly vom Environmental Change Institute der University of Oxford, entwickelte sein Szenario aus bestehenden Trends in der Nahrungsmittelproduktion und -distribution mit besonderem Fokus auf ökonomische, klimatische und Landnutzungsfaktoren.

Ausgangsbasis für das entwickelte Szenario waren "Unannehmlichkeiten", Engpässe bei bestimmten Rohstoffen, die durch lokale klimatische und ökonomische Effekte verursacht werden. Doch was für "uns" – die Industrienationen – als Unannehmlichkeit empfunden wird, ist eine Katastrophe für die Menschen in den schwächeren Zonen. Aber auch in Europa könnte das Undenkbare vor der Tür stehen: schwere Nahrungsmittelknappheit, Qualitäts- und Nährwertverlust unserer Lebensmittel. 

Der Workshop entwickelte im Laufe des Workshoptages eine rebellische Kraft. Vor allem im Plenum haben sich die Vertreter dieses Workshops gegen den vorherrschenden Ökonomiediskurs aufgelehnt und versucht, immer wieder auf auftretende Engpässe in der Nahrungsmittelproduktion hinzuweisen. Schließlich verfassten sie ein Manifest und gründeten eine Terrororganisation: "Let them eat money".

 

Entwickeltes Szenario – Auf dem Weg zur Krise 2018-2025

 Plakat

Plakat

2018 – Landwirtschaftliche Betriebe brechen europaweit zusammen (Konsolidierung des Agrarsektors) // Chinesisches Landgrabbing zwingt den ersten afrikanischen Staat in die Knie

2019 – "Fish Babies": Geburtsfehler im Zusammenhang mit Meeresverschmutzung // "Robo Bees": In Europa werden Mikrodrohnen für die Bestäubung genutzt //
Katastrophale Auswirkungen von PBA //
europaweite Hysterie um Lebensmittelsicherheit

2020 – Weizenkrise in Europa // Fischkrise in Europa (kein Weizen und kein Fisch in Europa und Nordafrika) // Wir brauchen ein Welternährungsabkommen // Fehlende Lieferungen aus internationalen Quellen aufgrund des Klimawandels und der geopolitischen Krise // CAP SCRAPPED! Schwache EU, Politikvakuum, Vertrauensverlust in Unternehmen

2021 –  HOT & HANGRY Anhaltende Nahrungsunruhen in der Adria (massive Nahrungsmittelknappheit in Südeuropa) // SÜDLICHE INVASION Massenwanderung von Süden nach nach Nordeuropa // Nahrungsmittelexporte sinken, da sich die Nationen für protektionistische Maßnahmen entscheiden

2022 – Schweden wählt erste faschistische Regierung

2023 – Aufstieg des Faschismus im Norden

2024 – EURO DELETED

2025 – Monsanto-Hauptquartier wird von Ökoterroristen bombardiert // Globaler Server wird abgeschaltet

 

Entwickeltes Szenario – Die Krise ab 2026

2026 – "LET THEM EAT MONEY" (Krise)
Jan. 2026 Russische Brotkorb-Krise // Feb. 2026 Fischerei-Krise in Bangladesch / Hungersnot in China / Dürre in Südsahara // März 2026 Ernteausfall in USA durch Flut

Krise: große Nahrungsmittelproduzenten können lokale Nachfrage nicht decken, Handel bricht ein, Import aus tropischen Anbaugebieten ist keine Option

"Eat Money"-BEWEGUNG
* Lebensmittel und Getränke werden durch Münzen und Banknoten ersetzt.
* Wasserversorgung wird abgeschaltet
* Straßensperren und Sitzblockaden

MANIFEST
Eine Graswurzelbewegung hat ein Manifest verfasst:
* Wir besitzen unsere Samen
* Wir besitzen unser Land
* Wir re-regionalisieren die Produktion und den Verzehr von Lebensmitteln

AKTIONEN
* Überfall auf Amtseintritts-Feier (Geld und Essen)
* Rückgewinnung von Land für die Selbstversorger-Landwirtschaft
* Hacking der Nahrungsmittellogistik-Systeme, um Lebensmitteltransporte umzuleiten.
* Hacking der Landwirtschaftlichen IKT-Systeme
* Befreiung von Tieren

 

Workshopleitung

 Ariella Helfgott

Ariella Helfgott

Dr. Ariella Helfgott ist Senior Research Fellow am Environmental Change Institute der University of Oxford und Assistant Professor am Copernicus Institute for Sustainable Development der Universität Utrecht. Sie ist Mitglied der Food Systems Research Group der University of Oxford. Sie ist die Hauptforscherin des CGIAR Climate Change Agriculture and Food Security (CCAFS) Systemic Integrated Adaptation Research Program. Ariellas Forschung erstreckt sich von der konzeptionellen und mathematischen Modellierung von Systemresilienz und Anpassungsfähigkeit bis hin zu partizipativen Ansätzen zum Aufbau von Resilienz und Anpassungsfähigkeit vor Ort. Während sie eine formelle Ausbildung zur Mathematikerin und Ingenieurin erhielt, konzentriert sich ihre aktuelle Arbeit auf die Integration technisch-analytischer, philosophisch-hermeneutischer und managementadministrativer Disziplinen, um eine gerechte und nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

 
 George Garbutt

George Garbutt

George Garbutt ist Forscher am Environmental Change Institute der University of Oxford und Mitglied der Food Systems Research Group der University of Oxford. George absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenbauingenieur und Techno-Anthropologen. Seine Arbeit vereint Erfahrungen, die sich auf darauf konzentrieren, die sozio-technischen Ansammlungen von Wasser- und Sanitäranlagen in ländlichen Gemeinden in Sierra Leone, partizipative Wasserbewirtschaftung und -planung vor Ort, organisatorische Kapazitätsentwicklung sowie Zugänglichkeit und Kontroversen in der Architektur zu untersuchen.

 

Zur Vorbereitung auf den Workshop für die TeilnehmerInnen und als Diskussionsgrundlage hatten die Workshopleiter im Vorfeld ein erstes Szenario entwickelt. Als Anregung und Vorschlag. Das vollständige Workshop-Paper zur Vorbereitung kann man sich hier noch einmal ansehen.

 
 

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